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Archivbild: 1992

Meine Schulzeit in Mettingen

Mein Name ist Bernd Wolter.

Ich ging von 1981 - 1994 zur Ernst-Klee-Schule und absolvierte dort meinen Hauptschulabschluss. Bevor ich meinen Bericht beginne, möchte ich mich bei Michael Schoo und allen anderen Lehrern bedanken, die die Idee hatten, uns ehemalige Schüler um einen Beitrag für das Schuljubiläum zu bitten.

Dies ist eine gute Gelegenheit, sich zu erinnern. Es war, obgleich man dies als Erwachsener nur ungern zugibt, eine sehr glückliche und prägende Zeit.

An meinen ersten Schultag kann ich mich noch sehr lebhaft erinnern. Frau Schunicht und Frau Flockenhaus spielten Kasperletheater, anschließend las uns Frau Schunicht noch die Geschichte von Elmar, dem bunten Elefanten, vor. Obwohl ich damals noch sehr schüchtern war, wusste ich doch, dass ich ab jetzt dazu gehörte. Nach der Geschichte erhielt jeder von uns eine Schultüte.

Es konnte losgehen.

Frau Niermann war meine erste Klassenlehrerin. Im nächsten Jahr wurde ich mit den Schülern zusammengelegt die 1982 eingeschult wurden. Darunter auch Frank, der nach kürzester Zeit mein bester Freund wurde.

Nun wurde Agnes von Helmolt unsere Klassenlehrerin und blieb es für die nächsten fünf bis sechs Jahre. Ich erinnere mich auch heute noch sehr gern daran, wie sie uns von ihren Wüstentouren durch die Sahara berichtete. Auch damals war ich schon sehr interessiert daran, die große weite Welt einmal selbst zu bereisen.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir auch Michael Weinmann und Michael Bäcker.

Michael Bäcker setzte mich und andere Rollstuhlfahrer morgens auf die Toilette, er hatte immer ein Lied auf den Lippen. Er war derjenige, der damit mein Interesse an Rock 'n' Roll und englischen Evergreens weckte.

Michael Weinmann war mein Ergotherapeut. Durch ihn lernte ich meinen Namen zu schreiben und übte mit ihm spielerisch den Umgang mit der elektrischen Schreibmaschine, da ich nicht mit der Hand schreiben konnte.

Ich hatte mit Dirk gemeinsam Unterricht. Wir fuhren im selben Schulbus und freundeten uns während des Schreibmaschinentrainings noch mehr an. Wir spielten besonders gerne das Spiel ‚Stadt, Land, Fluss‘, womit wir gleichzeitig Gehirnjogging betrieben.

Irmgard Parascandola war meine Krankengymnastin, welche mir ebenfalls in sehr guter Erinnerung geblieben ist und auch einen prägenden Einfluss auf meine weitere Entwicklung hatte. Wenn ich besonders gut mitmachte, las sie mir zur Belohnung Geschichten vor...

Damals waren wir sechs Schüler und ich fühlte mich sehr wohl. Schon da schrieb ich gerne Aufsätze und dachte mir Geschichten aus. In der fünften Klasse hatten wir dann das erste Mal Englisch mit Frau Schunicht, sie blieb bis zum Ende der Schulzeit unsere Englischlehrerin. Am Anfang erschrak ich immer bei ihrer lauten Stimme, wenn der Unterricht begann. Jedoch hatte ich sehr schnell sehr viel Freude beim Erlernen der englischen Sprache.

Bis heute stehen wir noch in Kontakt, worüber ich mich sehr freue.

1987 oder ´88 wurde unsere Klasse mit den Schülern zusammengelegt, welche bereits 1980 eingeschult worden waren.

Also mit Anja, Dirk, Bubi, Stefanie, Doris und Sonja.

Ich glaube Henrike und Silke kamen etwas später, aber ich kann mich auch irren.

Ich glaube, beide Klassen waren ursprünglich von der Zusammenlegung nicht gerade begeistert, aber im Laufe der Zeit schlossen Anja, Bubi, Frank, Dirk, Sonja und ich Freundschaft. Wir bildeten eine starke Gemeinschaft.

Zu Geburtstagen oder nachmittäglichen Treffen nach der Schule, luden wir uns immer gegenseitig ein. Auch wenn ich jetzt in Aachen lebe, treffen wir uns auch heute noch gelegentlich.

Zu meinen absoluten Highlights, die ich mit unserem späteren Klassenlehrer Michael Schoo erlebt habe, zählen die beiden Abschlussfahrten 1992 nach Berlin und 1994 nach London. In Berlin gingen wir in den Zoo, besuchten das Olympiastadion sowie die Filmstudios Babelsberg. Außerdem besichtigten wir das Konzentrationslager Sachsenhausen. Diese Besichtigung hinterließ bei mir Trauer und Betroffenheit. Aber ein absoluter Höhepunkt war für mich die Besichtigung des Schlosses Sanssouci in Potsdam, denn ich war schon damals historisch sehr interessiert. Michael Schoo schob mich den Berg bis zum Schloss hoch, wofür ich ihm bis heute sehr dankbar bin. 

Bei meiner eigenen Abschlussfahrt nach London, bei der unsere Englischlehrerin Frau Schunicht selbstverständlich mit von der Partie war (und alles perfekt vorbereitet hatte), besuchten wir das Kaufhaus Harrods, besichtigten den Tower und gingen ins Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds. Mit Frau Schunicht besuchte ich alleine noch das British Museum, auch wenn ich mich an diesen Besuch nur noch bruchstückhaft erinnern kann. Noch heute sehe ich mir das Fotoalbum von der Abschlussfahrt gerne an.