40 Jahre Ernst-Klee-Schule

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Inhaltsverzeichnis

1     Frau Schunicht (Rektorin): Wie alles begann

2     Anja Rottmann (Schülerin): Erinnerungen an meine Schulzeit

3     Frau von Helmolt (Sonderschullehrerin): Eine lebendige Schule

4     Frau Holtermann (Sekretärin): Interview 

5     Jenny Stille und Familie: Unsere Zeit an der Ernst-Klee-Schule            

6     Herr Bäcker (Pflegekraft): Interview                                                           

7     Frank Visse (Schüler): Meine Schulzeit                                                       

8     Frau von Bargen (Schulleiterin 2011-2012): Grußwort                            

9     Frau Neumann-Hoschek (Physiotherapeutin): Interview                      

10   Bernd Wolter (Schüler): Meine Schulzeit in Mettingen                            -am:  23. April 2021

11   Dirk Kortehaneberg (Schüler): Meine Schulzeit                                        -am:  30. April 2021

12   Frau Diekmann (Fachlehrerin): Interview                                                   -am:  7. Mai 2021

 

 


Frau Neumann-Hoschek (Physiotherapeutin)

- seit 1992 an der Schule -

Interview

Welchen Beruf hast du erlernt, welche Ausbildung hast du?

Zuerst habe ich den Beruf der Arzthelferin erlernt, im Anschluss habe ich am Kolleg in Wolfsburg das Fachabitur absolviert. Erst danach konnte ich meinen Traumberuf als Krankengymnastin (in Osnabrück) erlernen.

Wo hast du gearbeitet, bevor du zu Ernst-Klee-Schule gekommen bist?

Bevor ich an der Schule anfing, habe ich in zwei Krankenhäusern in Hannover gearbeitet, in einer Klinik in Osnabrücksowie in einer krankengymnastischen Praxis mit dem Schwerpunkt Säuglings- und Kinderbehandlung.

Wie bist du zu Ernst-Klee-Schule gekommen? Und wann war das? Wer hat dich an der Schule angestellt?

Auf die Schule bin ich im Herbst 1991 aufmerksam geworden. Auf einer Party hatte ich den damaligen leitenden Therapeuten Michael Weinmann kennengelernt. Wir hatten ein interessantes Gespräch über Therapien und die Förderschule. Da schon während meiner Ausbildung mein größtes Interesse in der Kinderbehandlung lag, habe ich nicht lange gezögert und mich auf die freiwerdende halbe Stelle beworben.

Am 1. März 1992 wurde ich von Herrn Westphal, dem damaligen Verwaltungsleiter, und Michael Weinmann eingestellt. Ab August 1992 hatte ich eine volle Stelle.

Was ist das Erste, an das du dich noch erinnern kannst?

Mich hat die Atmosphäre an der Schule von Anfang an begeistert. Die Schüler*innen, die Kollegen*innen alle waren so offen, neugierig, interessiert. Ich fand das alte Gebäude, in dem die Schule untergebracht ist, so schön und die jetzige Turnhalle, eine ehemalige Kapelle. Das alles hatte eine besondere ansprechende Atmosphäre.

Nach fast 30 Jahren Tätigkeit an der Schule ist die Atmosphäre immer noch klasse, aber räumlich hat das Gebäude seine Grenzen erreicht.

Wie sah die Schule in den ersten Jahren aus?

Eigentlich sah die Schule so aus wie heute. Die Räumlichkeiten und die Bestimmung der Räume haben sich verändert. Z.B. gab es neben dem Lehrerzimmer ein sogenanntes Raucher-Lehrerzimmer. Hier traf sich in den Pausen jeder, egal ob Pfleger, Lehrer, Therapeuten, Mitarbeiter, Zivis, um einen kurzen Austausch zu halten. Auch egal ob Raucher oder Nicht-Raucherin. Da funktionierte der Flurfunk. ????

Wie ging es dann in den nächsten Jahren weiter? (Wer ist dazu gekommen? Wie hat sich die Arbeit verändert?

In den ersten Jahren habe ich unheimlich viel gelernt. Besonders durch meine Kollegin Irmgard Parascandula, die mich eingearbeitet hat. Aber auch die anderen Physiotherapeuten haben mir den Umgang mit Kindern mit motorischen Beeinträchtigungen gezeigt. Im zweiten Jahr durfte ich schon eine Zusatzausbildung als Bobath- Therapeutin machen. So konnte ich mein Fachwissen erweitern und habe ein besseres Fundament entwickelt, um die Schüler in ihren motorischen Fähigkeiten weiter zu fördern.

Es gab damals nur zwei Ergotherapeuten in der Schule, aber mehrere Physiotherapeuten. Mit Karin Hoberg habe ich am längsten zusammengearbeitet. Sie ist im letzten Jahr in den Ruhestand gegangen.

Besonders an der Schule war, dass wir bis zu zehn Gruppentherapien anbieten konnten. Wir nannten das immer PM Gruppen. Hier haben wir interdisziplinär, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten, zusammengearbeitet. Das war eine produktive und sehr tolle Zeit. Es gab auch Gruppen für RollstuhlfahrerInnen. Manchmal musste ich als Physiotherapeutin fast wegsehen, wenn ich beobachtet habe, wie sich ein Schüler in seinem Muster bewegt. Heute mit meiner Erfahrung, kann ich das anders sehen. Auch in der Bobath-Therapie hat es einen Paradigmenwechsel gegeben.

Irgendwann hat die Schule durch eine große Spende das Air-Tramp angeschafft. Ein sogenanntes Luftkissen. Was bis heute mit viel Freude immer wieder zum Einsatz kommt.

Beschreibe mal eine typische Schulwoche vor 30 Jahren.

Morgens um 7:45 Uhr standen alle Therapeutentherapeuten*innen und Pfleger*innen draußen auf dem Schulhof und haben die Schüler, die mit dem Schulbus zur Schule gekommen sind, in Empfang genommen. Damals hatte jeder Rollstuhlfahrer einen Rollstuhl in der Schule stehen, dass hieß wir mussten schauen welcher Schüler kam und den entsprechenden Rollstuhl zum Taxi bringen. Hier fing schon unsere Arbeit an - der Transfer aus dem Bus in den Rollstuhl. Einmal gab es hier eine lustige Situation: ein Schüler konnte die Stufe nicht in oder aus dem Bus überwinden. Zum Tragen war er zu groß und zu alt. Eines Tages brachte der Busfahrer eine aus Holz gebaute Rampe mit. Sie sah ein bisschen wie eine Hühnerleiter aus. So konnte der Schüler ganz selbstständig ein- und aussteigen. 

In der ersten Unterrichtsstunde kamen immer die Muskeldystrophiker zu uns. Sie wurden von den Zivis begleitet. Sie fuhren selbstständig in einem Elektrorollstuhl. Mit Hilfe der Zivis wurden sie auf die Matten gelegt. Dort haben wir sie durchbewegt und Atemgymnastik gemacht. Am Ende der Stunde kamen die Zivis wieder und holten die Jungs wieder ab, damit sie in ihren Schulalltag starten konnten. Die Schüler*innen hatten, wie heute, Therapien, die in ihrem Wochenplan stehen, welche wir vorher mit den Lehrern abgesprochen haben.

Wir Therapeuten sind in die Klassen gegangen und haben geholfen, den entsprechenden Schülern in den Stehtrainer zu stellen. Damals gab es nur feststehende Stehtrainer. Oder wir sind in den aktiven Pausen mit nach draußen gegangen und haben den Schülern auf das Therapiefahrrad geholfen. Zu dem damaligen Zeitpunkt gab es Therapieräder mit drei Rädern zum Vorwärtstreten/-fahren und Rückwärtstreten/-fahren. So etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen.

In den Mittagspausen sind wir in die Klassen gegangen und haben je nach Bedarf einen Schüler oder eine Schülerin beim Essen unterstützt.

Am Nachmittag ging die Therapie weiter. Je nach Jahreszeit gab es aber auch Aktionen zum Schlittenfahren oder es gab eine Wasserlandschaft an den heißen Tagen. Wir Therapeuten waren immer mit im Einsatz. Damals musste nicht jede Behandlung abgerechnet werden. Wir mussten noch keine Quote erbringen.

Wie heute ging der Unterricht bis 15 Uhr und am Freitag bis 12:30 Uhr. Unser Dienst ging täglich bis 16 Uhr. In der Zeit ohne die Schüler*innen haben wir uns mit den Lehrer*innen ausgetauscht, interne Fortbildungen gemacht und die Hilfsmittel geputzt. Alle vier Wochen haben wir Therapeuten*innen an den Gesamtkonferenzen teilgenommen. Dadurch waren wir bestens darüber informiert, was an der Schule passiert oder geplant wurde. Ebenso haben wir uns direkt mit einbringen können. Aus der heutigen Sicht würde ich sagen, waren wir mehr im Schulalltag integriert. 

Etwas ganz Besonderes war es für uns an einer Klassenfahrt teilnehmen zu können. Natürlich hieß es auch dort, die Schülerinnen therapeutisch zu fördern. Aber halt nicht auf Matte und Bank sondern im echten Leben.

Wie sah die Therapie aus in dieser Zeit? Hat sich an deiner Arbeit etwas verändert?

Oh ja, es hat sich einiges an meiner Arbeit verändert. Heute gibt es in jedem Raum einen Lifter und es gibt keine Zivis mehr, die uns helfen. Heute haben die Schüler*innen mit einer starken Beeinträchtigung einen Integrationshelfer. Die „I-Helfer“ werden von uns entsprechend angeleitet, wie sie im Alltag mit dem Schüler die Hilfsmittel nutzen: den Stehtrainer, der heute auch mobil ist, den Gehwagen, das Lauflerngerät, das Motomed usw. Durch einen Sponsorenlauf, Spenden, Förderverein und den LWL wurden in den letzten Jahren zwei Galileos (Vibrationsplatten) angeschafft. Das hat die Arbeit auch sehr verändert. 

Aber am stärksten hat meine Arbeit die Einführung der Verordnung und die Arbeit am PC verändert. Heute dokumentiere ich meine Arbeit sehr genau. Schreibe nach jedem vollen Rezept einen Bericht an den Arzt. Ich führe Dokumentationsbögen, fülle Listen, schreibe Emails mit Ärzten, Reha-Vertretern und Eltern. Ich darf meine Tätigkeit nur aufnehmen, wenn eine gültige Verordnung vorliegt. Das war vor zwanzig Jahren nicht so. Die damalige Zeit ohne die Verordnungsvorlage hat uns Therapeuten bedeutend mehr Zeit am Schüler gegeben. 

Ein besonderes Erlebnis aus deiner Anfangszeit, an das du gerne zurückdenkst?

Ja es gibt ein besonderes Erlebnis. Mein Mann und ich haben im Sommer 1997 in Osnabrück geheiratet. Als wir aus dem Standesamt herauskamen, standen Schülerinnen und Schüler mit Fähnchen und Blumen auf dem Platz und bildeten ein Spalier für uns. Das war ein tolles und unvergessliches Erlebnis. Und eine super Überraschung, da wir davon im Vorfeld nichts wussten. Es hatten sich einige Klassen, in denen ich überwiegend gearbeitet habe, zusammengetan und waren mit dem Bus zu unserer Hochzeit nach Osnabrück angereist. Mein Mann und ich erinnern uns immer wieder gerne an dieses tolle Ereignis zurück.

Gab es auch einen Vorfall, an den du nicht so gerne zurückdenkst?

Ja, auch den gab es. Ich bin in meinem ersten oder zweiten Jahr mit einer Schülerin, die einen Elektrorollstuhl bekommen hatte, für eine lebenspraktische Übung zum nahegelegenen K+K gefahren. Dort ist sie mit ihrem E-Rolli an einer Ecke hängen geblieben. Danach war der Elektrorollstuhl nicht mehr über den Joystick zu führen. Da ich mir nicht anders zu helfen wusste, habe ich versucht den großen schweren Rollstuhl zu schieben. Das ist mir nicht besonders gut geglückt. Die Schülerin hatte eine starke Beeinträchtigung und konnte nicht sprechen. Ich wollte sie nicht einfach so auf dem Weg stehen lassen, um Hilfe zu holen. Also schob ich so gut ich konnte. Es kam auch kein Passant vorbei, den ich um Hilfe hätte bitten können. In Mettingen ist es in der Mittagszeit sehr ruhig. Als ich in die Nähe der Schule kam, kam mir Michael Bäcker entgegen. Und sagte: „Ich müsste hinten am Rollstuhl, die kleinen Hebel nach innen bzw. nach außen kippen, dann könnte ich ihn besser schieben“. Da nur einer gekippt war, bediente ich den anderen Hebel und der E-Rolli war wieder in seiner vollen Funktion hergestellt. Ich weiß noch, wie super peinlich mir das alles war. Die Schülerin hat sich natürlich kaputtgelacht. Bis heute bin ich mir nicht sicher, ob sie von Anfang wusste, was ich hätte tun müssen.

Ich habe in dieser Stunde jedenfalls etwas Lebenspraktisches gelernt.

Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass sich die Schule deutlich verändert hat? Kannst du ein Beispiel nennen?

Als ich 2001 aus meiner Elternzeit zurückkam. Da gab es plötzlich einen PC, an dem ich arbeiten sollte. Und wir mussten auf Rezept arbeiten. Vorher hatte die Schulärztin die Verordnung ausgestellt und unterschrieben. Jetzt ist es der behandelnde Arzt. Heute wird viel dokumentiert, schriftlich festgehalten, wenn das Rezept, sorry der „Verordnungsfall“, abgearbeitet ist, muss ich über die Behandlungen einen Bericht schreiben und dem Arzt zukommen lassen. Ich muss Listen über die Hilfsmittel führen, schriftlich festhalten, wann und für wen ein Hilfsmittelvertreter kommt usw. Früher ging das alles mündlich bzw. über den Flurfunk. Heute muss jede Stunde abgerechnet werden.

Und nur wir vom therapeutischen Dienst müssen eine Quote erfüllen.

Wenn man fast 30 Jahre an einer Schule ist, dann muss es etwas geben, das Dir an der Ernst-Klee- Schule gefällt. Was ist das für dich?

Mir macht es immer noch sehr viel Freude mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. Vielleicht gerade durch ihre Behinderung sind sie etwas ganz Besonderes. Immer versuche ich herauszufinden, wie ich sie durch meine Therapie in ihrer Selbständigkeit fördern kann, damit jede/jeder den Alltag gut bewältigen kann. Das fasziniert mich und gibt mir einen besonderen Reiz in meinem Job. Das war am Anfang so und ist auch immer noch so geblieben.

Du hast drei Wünsche, um an der Ernst-Klee-Schule etwas zu ändern. Was wäre das?

Ich wünsche mir wieder, für jeden einzelnen Schüler und Schülerinnen mehr Zeit zu haben und sie auch außerhalb des Schulgeländes begleiten zu können.

Ich wünsche mir eine Art Fitnessstudio, beziehungsweise einen großen Raum für Trainingsgeräte, wie Laufband, Crosser, Ergometer, Gehbarren, Beinpresse etc. 

Als dritten Wunsch würde ich mir ein richtig schönes großes, helles Bewegungsbad wünschen.                                                 

Frau von Bargen (Schulleiterin 2011-2012)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern und Freunde der Ernst-Klee-Schule in Mettingen.

Ich gratuliere der Ernst-Klee-Schule in Mettingen herzlich zum 40-jährigen Jubiläum, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft.

Im Mai 2011 teilte mir Herr J. Joosten, damaliger Schulaufsichtsbeamter des Kreises Steinfurt, mit, dass die Schulleiterin der Ernst-Klee-Schule, A. Müting, und der Konrektor, E. Emminghaus, zum Schuljahresende die Schule verlassen bzw. in den Ruhestand versetzt werden, die Schulleitung somit vakant ist, und ich zusätzlich zur Leitung der Barbara-Schule die Schulleitung der Ernst-Klee-Schule übernehmen soll.

Für mich war dies eine große Herausforderung, da ich eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung in ihrem Aufbausystem, ihren Strukturen und den Förderschwerpunkt - trotz der räumlichen Nähe – nicht kannte.

In der ersten Konferenz lernte ich das Team von Lehrern, Therapeuten, Pflegern, Mitarbeitern, der Sekretärin M. Holtermann und dem Hausmeister H. Aschoff kennen und habe allseitige Unterstützung, großes Engagement für die anstehende Herausforderung erfahren und wir gingen die Aufgabe gemeinsam an. An meiner Seite stand das “Schulleitungsunterstützungsteam“ D. Misch, U. Späker und M. Schoo.

Als Schulleiterin von zwei Schulen war es wichtig, den täglichen Ablauf und die Termine zu organisieren in der Schule “oben“ (auf dem Berg die Barbara-Schule ) und der Schule “unten“ (am Fuße des Berges die Ernst-Klee-Schule). Beide Kollegien, Mitarbeiter und Herr W. Westphal von der Schulverwaltung des Landschaftsverbandes Westfalen – Lippe haben mich in der Bewältigung der Aufgaben hervorragend unterstützt.

Die Zeit von Mai 2011 bis April 2012 an der Ernst-Klee-Schule hat mir sehr viel gegeben. Es war eine Zeit, die mir vor Augen geführt hat, wie wichtig es ist, einen offenen Blick zu haben.

Danke an alle Lehrer, Mitarbeiter, Eltern, Freunde und den Landschaftsverband Westfalen – Lippe, die sich gemeinsam im Interesse der Schülerinnen und Schüler der Ernst-Klee-Schule einsetzen und engagieren.

Für mich persönlich war es ein wichtiger Lebensabschnitt: Danke.

Angelika von Bargen

Frank Visse (Schüler von 1982-1994)

Meine Schulzeit

Mein Name ist Frank Visse, ich bin 44 Jahre alt. Von Geburt an habe ich eine Spastik, hauptsächlich in den Beinen und bin deshalb auf den Rollstuhl angewiesen. Von 1982 bis 1994 besuchte ich die heutige Ernst-Klee-Schule in Mettingen. Heute kann ich sagen, dass ich während meiner Schulzeit auf die Dinge, die man als Mensch mit Handicap braucht, gut vorbereitet wurde.

Hier mal ein Highlight, an das ich mich noch gerne zurückerinnere. Zu Beginn meiner Schulzeit bekam ich meinen ersten Rollstuhl. Der damalige Therapeut brachte mir das Fahren bei. Damals wurde das Rollstuhltraining noch in einem Klassenraum gemacht. Dazu wurden Tische und Stühle bei Seite geräumt und kleine Hindernisse (Parcours) aufgebaut.

Anfang der 80er Jahre waren nur wenige Schüler an der Schule. Durch den Unterricht in kleinen Gruppen konnte individuell und gezielt auf unsere Behinderung eingegangen werden. Zum Beispiel, wenn man für einen Aufsatz eine längere Zeit benötigte, wurde einem diese eingeräumt. Ich kann von mir sagen, dass ich die Schule gern besucht habe. In den 12 Jahren Schulzeit habe ich mich sauwohl gefühlt. Es bestehen heute noch sehr gute Kontakte zu vielen Lehrern der Schule, insbesondere zu Michael Schoo oder zur ehemaligen Schulleiterin Claudia Schunicht und noch zu sehr vielen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Auch hat die Schule sehr viele schöne Angebote neben dem Schulalltag angeboten, z.B. AGs, Schwimmfeste, Konzerte, Übernachtungen in der Schule, Klassenfahrten, Spastiker- Sportspiele. Unsere ehemalige Schulleiterin organisierte mit uns eine tolle Abschlußfahrt, wo wir gemeinsam einige unvorhergesehene Hürden nehmen mussten. Trotzdem war diese eine sehr schöne Fahrt, an die ich mich bis heute noch immer wieder gern zurückerinnere.

Es besteht auch noch sehr viel Kontakt zu meinen Mitschülern, worüber ich persönlich sehr dankbar bin. In der Freizeit machen wir viele schöne Dinge wie zum Beispiel, Ausflüge oder gemeinsam Frühstücken. Auch spiele ich heute noch Boccia in Mettingen - Michael Schoo leitet diese Gruppe. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Schule (insbesondere Lehrer und Therapeuten) hatte ich die Möglichkeit, einen ganz normalen Hauptschulabschluss zu erreichen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken.

Somit wurde nun der Grundstein für den beruflichen Werdegang gelegt. Im Anschluss an meine Schulzeit in Mettingen besuchte ich die Berufsfachschulen für Wirtschaft und Verwaltung, wo ich den Fachhochschulabschluss erreichte. Im Berufsbildungswerk Maria Veen wurde ich zum Bürokaufmann ausgebildet. Seit 2006 arbeite ich in einem Versicherungsbüro, wo ich heute noch beschäftigt bin.

Nach mehr als 25 Jahren bestehen noch viele positive, besondere Verbindungen zur Ernst-Klee-Schule und zu den Mitarbeitern, ehemaligen Lehrern. Ich hoffe, dass dies noch lange so bleibt.

Michael Bäcker - Pflegekraft seit 1980

INTERVIEW

Welchen Beruf hast Du erlernt? Wo hast du gearbeitet, bevor du zur Ernst-Klee-Schule gekommen bist?

Ich habe den Beruf des Gas- und Wasser-Installateurs erlernt und bei der Firma Gieseking gearbeitet, bevor ich an der Ernst-Klee-Schule angefangen habe.

 

Wie bist Du zur Ernst-Klee-Schule gekommen? Und wann war das? Wer hat dich an der Schule angestellt?

Das war Zufall. Ich musste bei dem damaligen Hausmeister unserer Schule, Herrn Etgeton, ein defektes Rohr in seinem Büro reparieren. So habe ich die Schule kennengelernt. Kurze Zeit später erzählte Herr Etgeton im Bekanntenkreis, dass die Schule dringend eine Pflegekraft benötigt. Einen Zivildienstleistenden (die gab es damals noch) würde die Schule nicht bekommen, weil die Schülerzahl noch zu gering sei.

Ich habe mich daraufhin beim LWL gemeldet und wurde ziemlich schnell von Herrn Sieg, dem damaligen Verwaltungsleiter, eingestellt. Das war ein, zwei Monate nach der Schulgründung.

 

Was ist das Erste, an das du dich noch erinnern kannst (Schüler, Kollegen, Vorkommnisse?)

Ich weiß, dass ich in den ersten Wochen nach der Einstellung sehr erschöpft war. Den ganzen Tag in geschlossenen Räumen zu arbeiten, war ich nicht gewohnt. Das legte sich aber schnell wieder.

 

Wie sah die Schule im ersten Jahr aus? (Klassenraum, Gebäude, Möbel, Lehrmittel)

Die Schulräume befanden sich im sogenannten Neubau (der Trakt oberhalb des Bewegungsbades). Unten waren die Büroräume und darüber die Klassenräume.

 

Wie viele Kinder und Erwachsene wart ihr am Anfang?

Zu Beginn meiner Zeit war ich mit Agnes vom Helmolt in einer Klasse mit 6 älteren Schüler*innen eingesetzt. Insgesamt waren am Anfang acht Erwachsene und 16 Kinder und Jugendliche in der Schule.

 

Wie sah die Pflege in dieser Zeit aus?

Der größte Unterschied ist der, dass wir nicht so gut ausgestattet waren. Es gab z.B. keine Lifter, Handschuhe oder sonstige Hilfsmittel. 

 

Wohin ging die erste Klassenfahrt?

Die haben wir nach Damme gemacht. Wir wohnten in einem Selbstversorgerhaus und hatten große Ausflugspläne gemacht. Der Plan war perfekt – die Zeit reichte aber nicht. Die Pflege und das Frühstück dauerten meistens so lange, dass wir dann schon wieder mit der Mittagessensvorbereitung beginnen konnten. Schön war die Fahrt trotzdem.

 

Wie ging es dann in den nächsten Jahren weiter? Wie hat sich die Arbeit verändert?

Zu Beginn ging alles Hand in Hand. Heute sind die Tätigkeiten deutlicher getrennt. Es gibt eine klare Zuordnung, wer was zu machen hat.

 

Als ihr am Anfang so wenig Leute wart, was habt ihr gemacht, wenn mal einer krank war?

Wenn einer krank war, haben alle ausgeholfen. Da wurde auch ich schon einmal für die Betreuung eingesetzt.

 

Hast du zwischendurch mal daran gedacht, eine andere Stelle anzunehmen?

Nein, nie!

 

Wann hast Du zum ersten Mal gemerkt, dass sich die Schule deutlich verändert hat? 

Das war ein schleichender Prozess. Das kann ich nicht an einer Jahreszahl festmachen.

 

Wenn man 40 Jahre an einer Schule ist, dann muss es etwas geben, dass euch an der Ernst-Klee-Schule gefällt. Was ist das für euch?

Der Umgang und die Arbeit mit den Kindern mochte und mag ich am meisten.

 

Wenn Du an Deine Arbeitszeit an der Ernst-Klee-Schule zurückdenkst, was bleibt im Gedächtnis hängen?

Die Arbeit mit den Kindern und das Arbeiten zu Beginn als ‚große Familie‘. Dazu gehörten auch die Feiern und Betriebsausflüge. Und ein besonderes Ereignis in mir noch in Erinnerung geblieben:

In der Anfangszeit musste ich mit einem Schüler (Rollstuhlfahrer) bei Edeka etwas einkaufen. Leider waren wir beide noch nicht ganz so vertraut im Umgang mit dem Rollstuhl bzw. mit dem Bewegen in engen Gängen. Ihr ahnt schon, was passiert ist: In einem Gang stand ein Stapel mit Lebensmitteldosen. Und den haben wir dann (leider) abgeräumt. Es schepperte ganz schön.

 

In einigen Jahren geht deine Arbeitszeit zu Ende, Hast Du schon Pläne, was du dann machen willst?

Ja, Reisen, wenn das dann wieder möglich ist und die Freizeit genießen.

Familie Stille: Unsere Zeit auf der Ernst-Klee-Schule in Mettingen (2007-2017)

Unsere Zeit auf der Ernst-Klee-Schule in Mettingen

Aus Sicht der ehemaligen Schülerin Jenny und aus Sicht ihrer Eltern

 

Nachdem ich die Peter-Pan-Schule in Rheine besucht habe, wechselte ich im Sommer 2007 auf die Ernst-Klee-Schule nach Mettingen. Eigentlich hatte ich mich gerade erst in der Peter-Pan-Schule eingelebt und hatte hier eine wunderbare Klassenlehrerin. Nun sollte ich auf die neue Schule wechseln und hatte schon ein bisschen Angst, was mich dort erwarten würde. Dass mich morgens ein Taxi zur Schule bringt, kannte ich ja bereits, aber die Fahrtstrecke von meinem Wohnort Hauenhorst nach Mettingen war doch sehr weit und dauerte pro Weg fast eine Stunde. 

In der Ernst-Klee-Schule erwartete mich viel Neues und ich musste mich an die neue Umgebung und natürlich auch an die neuen Lehrer*innen gewöhnen. Nachdem ich mich zuerst nicht sehr wohl auf der neuen Schule gefühlt habe, konnte ich nach einem Klassenwechsel eine wunderbare Zeit auf meiner Ernst-Klee-Schule verbringen. Ich hatte sehr gute und verständnisvolle Lehrerinnen und Lehrer, die mich gefordert, aber auch gefördert haben. Ich fühlte mich in der gesamten Schulgemeinde sehr wohl und hatte viele Freunde. 

Ich erinnere mich gerne an unsere Klassenfahrten und ganz besonders gerne an die Skifreizeit, in der ich Skifahren gelernt habe. Insbesondere auf den Schulsport habe ich mich immer gefreut. Ich durfte an verschiedenen Wettbewerben im Schwimmsport und der Leichtathletik teilnehmen. Über die Fußball-AG habe ich jedes Jahr am Turnier in Mettingen teilgenommen. Meine Schulzeit an der Ernst-Klee-Schule endete nach 10 Jahren mit einer wunderschönen Entlassfeier im Sommer 2017.

Auch heute noch besuche ich jährlich den Weihnachtsbasar und freue mich, meine Lehrerinnen und Lehrer wiederzusehen. Besonders freue ich mich jedes Jahr über die Teilnahme am Turnier in Mettingen, bei dem ich für die Schulmannschaft auflaufen darf.

Nachdem feststand, dass unsere Tochter nach dem Besuch der Förderschule für Sprache in Rheine nicht zu einer Regelschule wechseln konnte, haben wir gemeinsam mit Jenny‘s Klassenlehrerin einen Weg gesucht, wie es mit Jenny schulisch weitergeht. Die Wahl fiel auf die Ernst-Klee-Schule in Mettingen. Nach einem Aufnahmetest und einem Gespräch mit einer Lehrerin hatten wir ein gutes Gefühl für unsere Tochter die „richtige“ Schule gefunden zu haben. Natürlich haben wir die weite Anfahrt kritisch gesehen, aber eine aus unserer Sicht geeignete Förderschule für Jenny gab es nur in Mettingen. 

Wir haben uns vor dem Schulwechsel und auch während der Schulzeit immer wieder gefragt, welche Erwartungen wir an den Schulbesuch unserer Tochter knüpfen und welchen Beruf sie später einmal ausüben kann. Aus heutiger Sicht hat Jenny das erreicht, was sie für sich persönlich erreichen konnte. 

Besonders für uns war immer der Zusammenhalt und das Miteinander der Schulgemeinde. Jenny ist jeden Tag mit einem Lächeln zur Schule gegangen und kam mit einem Lächeln wieder nach Hause.

Wir haben die Zeit unserer Tochter auf der Ernst-Klee-Schule sehr positiv gesehen. Ihre Lehrer*innen haben die Stärken und Schwächen unserer Tochter erkannt und sie entsprechend gefördert. Sicherlich waren wir als Eltern nicht immer einer Meinung mit den Lehrern*innen und Therapeuten*innen der Schule und nicht jeder Elternsprechtag wurde von uns als angenehm empfunden, aber wir hatten immer das Gefühl, dass es trotz unterschiedlicher Meinungen es Allen immer um das Wohlergehen unserer Tochter gegangen ist. Auch heute noch fühlen wir uns der Schule verbunden und kommen gerne zum Weihnachtsbasar und zum Fußballturnier nach Mettingen.

Wir wünschen der Ernst-Klee-Schule zum 40jährigen Jubiläum weiterhin eine gute Hand für die anvertrauten Schülerinnen und Schüler und viel Glück für die Zukunft.

Liebe Grüße an die Schulgemeinde der Ernst-Klee-Schule!

Familie Stille

Sie war lange Zeit eine der ‚Seelen unserer Schule‘ - Von morgens bis mittags immer ansprechbereit, immer freundlich – und sie konnte fast immer weiterhelfen: Maria Holtermann - unsere Sekretärin. Sie hat viel erlebt und auch ‚ausgehalten‘. Hier ihre Erinnerungen an diese Zeit.

 

Wo hast du gearbeitet, bevor du zur Ernst-Klee-schule gekommen bist?

Ich habe bis zur Geburt unserer ersten Tochter in der Gemeindeverwaltung in Mettingen gearbeitet und war dann 1 ½ Jahre nicht berufstätig.

 

Wie bist du zur Ernst-Klee-schule gekommen? Und wann war das?

Als ich meine Tätigkeit bei der Gemeinde Mettingen aufgegeben habe, hatte ich verlauten lassen, dass ich gerne stundenweise arbeiten möchte. Diese Möglichkeit wollte mir die Gemeinde Mettingen nicht geben. 

Der Landschaftsverband Westf.-Lippe hatte für die Besetzung der Stelle der Schulsekretärin bei der Gemeindeverwaltung Mettingen angefragt, ob sie jemanden kennen. Daraufhin hat mich mein damaliger Abteilungsleiter bei der Gemeindeverwaltung angesprochen und auf diese Stelle hingewiesen. Ich habe mich dann beim LWL beworben und bin zum 01.08.1980 als Schulsekretärin eingestellt worden.

 

Was ist das Erste, an das du dich noch erinnern kannst (Schüler, Kollegen, Vorkommnisse?)

Voller Erwartung kam ich am Freitag, 01.08.1980 zur „Westf. Schule für Körperbehinderte“ und ….niemand war da: weder Schüler noch Lehrer; auch kein Hausmeister war zu finden. Ich stand vor verschlossenen Türen. In einem Telefonat mit der Schul- und Internatsverwaltung wurde mir dann mitgeteilt, dass ich meine Arbeit erst am 1. Schultag nach den Sommerferien aufnehmen solle. 

Also kam ich am 04.08.1980 zur Schule und lernte zunächst Frau Schunicht als Schulleiterin und das Lehrerkollegium kennen, ebenso den Hausmeister Herrn Etgeton.

Die Schüler trafen mit Schulbussen ein und nun war Muskelkraft gefragt: Schüler*innen im Rollstuhl mussten über die Treppe in die erste Etage getragen werden, weil der Aufzug noch nicht betriebsbereit war.

 

Wie sah die Schule im ersten Jahr aus? (Klassenraum, Gebäude, Möbel, Lehrmittel)

Die Klassen-, Therapie- und Pflegeräume befanden sich alle im rechten, neueren Gebäudeteil der ehemaligen Agathaschule.

Das Schulleitungsbüro, das Sekretariat sowie das Lehrerzimmer befanden sich im Erdgeschoss.

Der linke Teil des Hauses mit der Kapelle standen zum größten Teil leer. Einige Räume wurden vom Schifferkinderheim Hörstel genutzt. Aus der dort befindlichen Küche erhielten auch unsere Schüler*innen ihre Mittagsmahlzeit.

 

Wie viele Kinder und Erwachsene wart ihr am Anfang?

Zu Beginn des 1. Schuljahres 1980 besuchten 19 Schüler*innen die Schule. Zum Kollegium gehörten neben Frau Schunicht noch 4 Lehrerinnen, 1 Krankengymnastin, 1 Hausmeister, meine Stelle (mit 2 Stunden täglich) sowie ab 1.9.1980 1 Kinderkrankenpfleger. Am 1.2. des nächsten Jahres wurde auch die Stelle des Beschäftigungstherapeuten (heute „Ergotherapeut“) besetzt.

 

Wie hat sich in den Folgejahren die Arbeit verändert? Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass sich die Schule deutlich verändert hat?

Im Laufe der Jahre wuchs die Schülerschaft und das Kollegium. Das Schulgebäude wurde umgebaut und es waren immer mehr Klassenräume und Therapieräume erforderlich. Die Aufgaben im Sekretariat wurden vielfältiger. Es fiel wesentlich mehr Schreibarbeit (Briefe, Gutachten, Abrechnungen) an und es wurde ein Computer angeschafft. Der Schriftverkehr wurde nicht mehr mit der Schreibmaschine erledigt. 

Nach Auflösung des Schifferkinderheimes wurde das Mittagessen vom St. Elisabeth-Hospital und später als Tiefkühlkost von Apetito geliefert.

Die Bestellungen für die einzelnen Klassen wurden ab diesem Zeitpunkt vom Sekretariat aufgenommen und an die Wirtschaftsküche weitergeleitet.

Durch die Zunahme der Schülerzahlen wuchs auch der Schülerspezialverkehr und damit verbunden waren auch viele Telefonate mit den Beförderungsfirmen.

 

Gibt es ein besonderes Erlebnis aus den ersten Jahren, an das du gerne zurückdenkst?

Zur Feier des 10jährigen Schuljubiläums hatten die Nachbarn einen Kranz gebunden und die ganze Schulgemeinde hat ein schönes Fest gefeiert. Im Anschluss daran mussten noch einige Kollegen*innen die Wirtschaftsküche aufzuräumen und dabei hatten wir noch viel Spaß.  Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fördervereins haben wir gesungen und viele „ Dönkes“ erzählt.

 

Gab es vielleicht auch einen Vorfall, an den du nicht gerne zurückdenkst?

Ja: Beim Hochtragen der Rollstühle über die Treppe am ersten Schultag hat sich die Kollegin, mit der ich einen Rollstuhl trug, einen Finger geklemmt und war sehr sauer!!!  und ich hatte lange ein schlechtes Gewissen.

 

Du hattest ja viel mit uns Lehrkräften zu tun. Womit haben wir dich richtig genervt?

Während ich konzentriert meine Schreibarbeiten  (Gutachten, Abrechnungen etc.) erledigen musste oder Telefonate führen musste, haben sich einige Kollegen in meinem Büro laut angeregt unterhalten oder ich sollte meine Arbeit unterbrechen, um umgehend irgendeinen Schlüssel heraus zu geben.

 

Hast du zwischendurch einmal daran gedacht, eine andere Stelle anzunehmen?

Nein, zu keinem Zeitpunkt! Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht und ich konnte es mir gar nicht vorstellen, etwas anderes zu tun.

 

Was war für Dich das Besondere an der Ernst-Klee-Schule?

Es war damals mein erster näherer Kontakt mit Kindern mit Behinderten und ich habe schnell gelernt, ganz unbefangen mit ihnen umzugehen.

 

Wenn Du an Deine Zeit an der Ernst-Klee-Schule zurückdenkst, was bleibt im Gedächtnis hängen?

Das freundliche Miteinander mit allen Schüler*Innen und Kollegen*Innen und die Freude an meiner Arbeit.

Frau von Helmolt - Sonderschullehrerin an der Ernst-Klee-Schule von 1980-2015

Eine lebendige Schule

Erinnerungen an besondere Momente vor 30 und mehr Jahren

Als ich hörte, dass anlässlich des 40. Jubiläums der Ernst-Klee-Schule Beiträge für die Website gesucht würden, tauchten bei mir sofort Erinnerungen auf.

Keine Erinnerungen an den Unterricht mit Lesen, Rechnen und Schreiben, sondern ganz andere Erlebnisse und Eindrücke wurden wieder lebendig.

Kurz vor der Schuleröffnung am 1. August1980 bekam ich einen Anruf von dem Schulrat aus dem Steinfurter Schulamt. Für die neue Schule in Mettingen gäbe es bereits eine Schulleiterin, zwei Erzieherinnen, eine Vorschullehrerin, eine Physiotherapeutin, eine Sekretärin, eine Hauswirtschafterin und einen Hausmeister. Nun käme ich als Sonderschullehrerin noch dazu und würde hiermit für die erste Konferenz am Freitag vor der kommenden Schuleröffnung eingeladen. Da alles in Bewegung sei und auch die Handwerker noch viel zu tun hätten, solle ich am besten einen Besen zum Putzen mitbringen, damit wir alles für die Schuleröffnung vorbereiten könnten.

Alles lief wie geplant: Am1. August kamen unsere ersten 18 Schülerinnen und Schüler und wir starteten gleich mit drei Klassen. In meiner Klasse standen bereits Schülertische und Stühle. Schränke gab es noch nicht und deshalb legten wir alles, was wir für unsere Ausstattung bereits zusammengestellt hatten, sorgfältig geordnet auf den Fußboden.

Alle waren hoch motiviert und in den nächsten Wochen arbeiteten wir

„rund um die Uhr“. Alles wuchs von Tag zu Tag und wir entwickelten viele neue Strukturen. Die häufigen Konferenzen gingen oft über mehrere Stunden und sogar an einem Wochenende arbeiteten wir mal an der Nordsee, um unser Förder- und Schulkonzept zu entwickeln.

Die Schule war schon damals sehr vielfältig aufgestellt. So wurde das Schulgebäude auch von einer ausgelagerten Klasse der Don-Bosco-Schule und von einer Klasse mit Schifferkindern aus dem Schiffer-Kinderheim benutzt. Um die Schifferkinder gab es immer ein kleines Geheimnis, auf dem Schulhof begegneten wir uns nie, vielleicht fanden wir uns auch gegenseitig ein wenig exotisch. Die Pflanzbereiche und Hecken des Schulhofes waren für unsere

Schülerinnen und Schüler die Chance, sich in selbst gestalteten Höhlen und Gängen ein wenig Eigenständigkeit, ganz praktische Lebenserfahrungen und auch kleine Momente mit Aufregung und Abenteuer zu verschaffen. Das Wort

Recycling war noch ein Fremdwort, nicht aber die sinnvolle Wieder-verwendung von Rohstoffen. So wurden die Essensresten aus unserer Schulküche der Krankenhausküche zugeführt und im nächsten Schritt an Mettinger Schweine verfüttert.

Ein ganz besonderer Schatz der neuen Schule war unser großer Schulgarten, eine idyllische Obstwiese, auf der heute etliche Häuser stehen. Dort konnten wir mit unserer Klasse einen kleinen Garten anlegen, uns in den Pausen in den Schatten unter Apfelbäume legen und im Herbst Obst ernten. Auch in der Klasse wurde es sehr lebendig. Manche Zimmerpflanzen hatten eine Höhe von zwei Metern und es gab Meerschweinchen, die von einem Schüler an den Wochenenden mit nach Hause genommen wurden.

Um mit den neuesten Erkenntnissen für die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit schweren Behinderungen vertraut zu sein, fuhr ich mit meiner Teampartnerin Gunhild für drei Tage in das Fröhlich-Zentrum nach Rheinland-Pfalz. Uns leuchtete sofort ein, dass alle Förderangebote zunächst über die Sinne gehen müssen und die Welt und alle Erkenntnisse nur über praktische Alltagshandlungen erfahren werden können.

So planten wir dann mit sehr viel Mut und Leidenschaft unsere erste Klassenfahrt. Wir hatten ein altes Heuerhaus in Holdorf gemietet. Ein Haus mit engen Türen und so einigen Barrieren. Das hielt uns aber nicht davon ab, dort eine Woche als Selbstversorger einschließlich einer Heuernte verbringen zu wollen. Die Pflege und Versorgung unserer einzigen Schülerin und der übrigen sechs Schüler sowie Kochen, Tischdecken und Spülen forderte uns total. Unsere Mahlzeiten fanden notgedrungen oft sehr spät statt, aber es schmeckte uns immer gut und alle wurden satt.

Da auch die Heuernte ursprünglich und hautnah ablaufen sollte, hatte ich vorher geübt, mit einer Sense zu mähen. Das Holdorfer Gras erwies sich leider als wenig zart und verlangte dann zusätzlich zum Heben, Tragen und Lagern unserer Schüler den vollen Einsatz meiner letzten Körperkräfte. Aber der Wettergott verwöhnte uns in dieser Woche und nach ein paar Tagen duftete das Heu großartig.

Die Natur wollten wir auch einer anderen späteren Klasse ganz unmittelbar zugänglich machen. Wir planten einen Picknick-Ausflug mit Fahrrädern und Rollstühlen in den Mettinger Muckhorst. Das Wetter war an einem Tag im Frühsommer sehr schön, alles grünte und blühte und fanden wir an einem Wegesrand eine schöne Wiese.

Wir breiteten unsere Decken aus und nachdem alle einen gemütlichen Lagerplatz gefunden hatten sahen wir, wie am anderen Ende der großen Wiese plötzlich eine Rinderherde im Galopp auf uns zulief. Blitzschnell gab es die Ansage: Lauft, krabbelt und alle anderen schnell in die Rollstühle. Wir schafften es auch, unser Picknick-Equipment zu retten und beschlossen, zur Schule zurückzukehren und dort zu essen.

Unser Weg führte über eine abschüssige Straße, welche direkt auf einen Bauernhof zulief. Wir hatten unserer Klasse ja gesagt, dass alles ganz schnell gehen müsse und so nahm ein Schüler dann die Füße von den Pedalen seines Dreirades herunter und gewann immer schneller an Tempo, direkt auf die Hofmauer zu. Unsere Rufe nutzten nichts, das Rad war schneller als die Rinderherde zuvor. Aber Michael Bäcker war noch schneller und konnte das Dreirad kurz vor der Hofmauer einholen und stoppen.

Obwohl wir mit Ausflügen und Klassenfahrten ja viele Erfahrungen gesammelt hatten, blieben wir solchen Aktionen treu, auch wenn wir wussten, dass wir nach solchen täglichen 16-Stunden-Einsätzen in der Regel völlig erschöpft waren. Manchmal wünschten uns Eltern bei der Abreise auch einen schönen Urlaub.

Die Herausforderungen verlagerten sich, wenn wir z.B. mit einer Oberstufen-klasse unterwegs waren. Dann gab es auch in den Abendstunden spannende Unternehmungen, die schon mal mit Überraschungen enden konnten. So wurde die Aufzugfahrt am Wittenbergplatz für eine kleine Gruppe eine ziemliche Herausforderung. Mitten zwischen Ober- und Erdgeschoss stockte der Aufzug und es ging nicht mehr weiter. Über den Notruf erfuhren wir, dass es mit der Hilfe länger dauern könne, da es ja schon fast 22.00 Uhr sei. Im engen Aufzug wurden dann Überlegungen angestellt, ob wir überhaupt wohl noch herauskommen könnten. Wir bräuchten nun auch mehr Platz im Aufzug, auch die Luft würde uns irgendwann ausgehen und dann noch ein eindringliches: Ich muss p…….

Intuitiv entwickelte ich verschiedene Strategien zur Deeskalation. Nach einer halben Stunde ging die Fahrt dann weiter und der Berliner Monteur meinte wenig erfreut: Warum steigt ihr auch mit mehreren Leuten in diesen Aufzug…….

Einmal fuhren wir mit zwei Klassen für eine Woche nach Emden und zu unserem Programm gehörte auch eine Hafenrundfahrt in einem kleinen Passagierschiff. Ich saß mit einigen Schüler direkt hinter dem Steuerbord und fragte den Kapitän, ob es kompliziert sei, ein solches Schiff zu lenken. Er sagte, das wäre sehr einfach und ich solle die Chance doch ergreifen. Ein wenig ungläubig, aber auch neugierig, übernahm ich dann das Steuerrad. Ein Schüler fragte mich sehr aufgeregt: Ey, willst du das wirklich machen? Vielleicht wollte ich unbewusst versuchen, meine Wasserangst zu bewältigen. Sehr schnell merkte ich, wie das Schiff anfing, ein wenig zu schlingern, erst ganz zart - fast wie Autofahren auf einer vereisten Straße - und dann so, dass evtl. alle denken konnten, in Emden würde nun ein stärkerer Wellengang einsetzen. Als meine Steuerbemühungen und auch die Wellenbewegungen zunahmen, legte sich zum Glück die Hand des Kapitäns auf das Steuer. Er lachte herzhaft, kommentarlos, und ich setzte mich schnell wieder auf meinen Passagiersitz. 

So gab es bis zum Ende des letzten Jahrtausends viele Situationen und Erfahrungen, die mir sicher immer in Erinnerung bleiben werden und heute vermutlich undenkbar wären.

Das Leben mit unseren Kindern und Jugendlichen verlief manchmal unmittelbarer und aufregender, weniger virtuell und sehr real, weniger reglementiert und trotzdem genauso fördernd und sicher wie heute. Überraschungen, Freude und Spaß kamen dabei auch nicht zu kurz.

Agnes von Helmolt

Anja Rottmann - Schülerin von 1980-1992

Erinnerung an meine Schulzeit

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Erinnerung an meine Schulzeit

Am 4. August 1980 ging die heutige Ernst-Klee-Schule mit 18 Schülern, 6 Lehrern und Therapeuten an den Start.

An diesem Tag begann für mich, Anja Rottmann, als einer der ersten Schülerinnen dieser Schule, der sogenannte Ernst des Lebens. Mit dem Puppenspiel „Kasper und das Krokodil“ wurden wir von Claudia Schunicht und von ihrem Team, das aus sechs Lehrern und Therapeuten bestand, begrüßt.

Unser Klassenzimmer lag im ersten Stock. Wir waren die Eingangsklasse, kurz E-Klasse genannt. Jede/r Schüler/in hatte ihren/seinen eigenen Tisch, nur die Tafeln waren noch nicht da. Die ersten Wörter, die wir dann doch auf einer rollenden Tafel geschrieben haben, waren Oma und Opa.

In den folgenden elf Schuljahren wurden wir nicht nur in der gesamten Klasse, sondern auch in kleinen Gruppen unterrichtet. Die ersten Klassenausflüge waren 81/82 nach Rheine und Münster in die Tierparks. Unsere erste große Klassenfahrt, die über drei Tage ging, erlebten wir in Vechta. Unsere weiteren Klassenfahrten machten wir nach Grou in Holland, Schillig an die Nordsee, ins Sauerland und nach Hellenthal.

Zu unserem Klassenhit ‚Marmor, Stein und Eisen bricht‘ tanzten wir im Oktober 87. Es war die erste Klassenfete mit Übernachtung in der Schule. Zu einigen künstlerischen Auftritten kam es 91/92 bei zwei Playbackshows, die vor Eltern und Freunden im Lehrerzimmer durchgeführt wurden.

Im August 1990 begann für uns die Berufsvorbereitung. Um einen kleinen Einblick in die Berufswelt zu bekommen, gingen wir am 27. August für einen Vormittag in verschiedene Betriebe in Mettingen.

Auf meinen Wunsch hin tauschte ich mit einer Mitschülerin und ging nicht zur Post, sondern in den Supermarkt (Comet). Dass dieser Tag für mein weiteres Leben sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht sehr auschlaggebend war, wurde mir erst später bewusst.

 Unsere zwei Praktika, die jeweils drei Wochen waren, machten wir im November 91 und 92. Beide Praktika machte ich im Einzelhandel, bei Comet und Marktkauf. Durch die beiden Praktika habe ich erst meinen Ausbildungsplatz und meinen heutigen Arbeitgeber gefunden.

Auf zur Abschlussfahrt nach Berlin ging es im Mai, darauf folgte die Schulentlassung am  3. Juli 1992. Im DRK-Heim Mettingen feierten wir mit einem lachenden und weinenden Auge abends mit Eltern, Lehrern und Freunden eine große Party.

Bei unseren Treffen, die auch heute noch regelmäßig mit einigen ehemaligen Mitschülern und Lehrern stattfinden, erinnern wir uns noch gerne an die Schulzeit, die besonders für uns war.


Frau Schunicht - Schulleiterin von 1980-2006

Wie alles begann

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Wie alles begann

1. Predigen

Bevor der Schulbetrieb am 4. 8. 1980 in dem behindertengerecht umgebauten Räumen des nördlichen Gebäudeteils der ehemaligen Agatha-Schule in Mettingen startete, bat mich die kath. Kirchengemeinde in Mettingen, an einem Sonntag in den Hl. Messen sowie in der Vorabendmesse im Rahmen der Predigten die künftige Schule für Körperbehinderte vorzustellen. Wenngleich ich für mich damit Neuland betrat, kam ich dieser Bitte gerne nach, zeigte sie doch, dass in Mettingen ein großes Interesse an dieser neuen Schule vorlag. Ich konnte neben den Ursachen und den vielfältigen Erscheinungsformen einer körperlichen Beeinträchtigung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die soziale und emotionale Entwicklung eines jungen Menschen auch die Wünsche und Hoffnungen formulieren, die wir bzgl. der Integration in die Gemeinschaft der Mettinger Bevölkerung haben.

Der Standort unserer Schule im Zentrum der Gemeinde Mettingen und die wohlwollende Aufnahme durch die Menschen ermöglichen unseren Schülerinnen und Schülern bis heute vielfältige Kontakte, die für diese Zielsetzung wertvoll sind.

 

2. Aller Anfang ist schwer - im wahrsten Sinne des Wortes.

Am 1. Schultag wurden 7 Schülerinnen und Schüler der Schule für Körperbehinderte Münster in unsere Schule umgeschult, da sie nun im neuen Einzugsbereich der Mettinger Schule wohnten und ihnen aufgrund der Schwere ihrer Behinderung die lange Fahrt nach Münster nicht mehr zugemutet werden sollte.

Großes Problem: Der einzige Aufzug funktionierte auf einmal nicht. Die Folge war, dass alle Schülerinnen und Schüler die Treppe benutzen mussten - eine schweißtreibende Angelegenheit, besonders bei den älteren und somit auch schwereren Rollifahrern, die mit dem Rollstuhl getragen werden mussten. Alle 5 Lehrerinnen, die Krankengymnastin Irmgard Parascandola sowie die Schulsekretärin Maria Holtermann und der Hausmeister Erwin Etgeton packten mit an. Das Motto - "Gemeinsam sind wir stark" - bewahrheitete sich an diesem Tag in besonderer Weise.

 

3. Die Schulneulinge kommen

- Und jedem Anfang wohnt ein Zauberer inne

Als die Schulneulinge am nächsten Tag eingeschult wurden, funktionierte der Aufzug wieder und wir konnten ihnen und ihren Eltern einen schönen Schultag bereiten - natürlich mit dem Kasperle-Spiel "Kasper kommt in die Schule", das während meiner gesamten Schulzeit für die Schulneulinge aufgeführt wurde: Auf dem Weg zur Schule trödelt Kasper herum und läuft, entgegen Großmutters Verbot, doch den kürzeren Weg durch den Zauberwald, in dem der böse Zauberer wohnt, der Kasper beim Zusammentreffen in ein Krokodil verwandelt. Großmutter - von der Schule informiert, dass Kasper noch nicht da ist - läuft voll böser Ahnungen in den Zauberwald, wo sie ein verzweifeltes Kasper-Krokodil findet. Sie rufen unter Mithilfe aller Kinder nach dem Zauberer, der auf Großmutter einschmeichelnder Bitten Kasper wieder zurück verwandelt. Da Großmutter seine Zauberkünste sehr lobt, lässt sich der Zauberer überreden, und zaubert für jeden Schulneuling ein Papierherzchen mit dem jeweiligen Namen des Kindes zum Umhängen (Was nicht nur die Kinder erfreute, sondern auch für die Mitarbeiter sehr hilfreich war.)

Da einige Schulanfänger Schultüten mitbrachten (z.T. sehr große, die die Kinder kaum tragen konnten, kleinere oder gar keine Tüten) wurden die Eltern der nachfolgenden Jahrgänge gebeten, Schultüten zu Hause zu verschenken. Stattdessen zauberte der Zauberer für jedes Kind eine Schultüte mit kleinen Süßigkeiten und Wachsmalstiften.

Bis zu ihrer Entlassung 10/99 spielte Sybille Flockenhaus die Großmutter und fand in Gunhild Diekmann eine ebenbürtige Nachfolgerin.

- Elmar, der rosarote Elefant

Im anschließenden Unterricht las ich den Kindern die Geschichte von Elmar, dem rosaroten Elefanten vor. Elmar war sehr traurig, weil er anders aussah als die anderen Elefanten. Er wurde deshalb von den anderen Tieren oft gehänselt.

Bis die anderen Elefanten auf die Idee kamen, einmal im Jahr einen Elmar-Tag zu veranstalten. Sie spritzten sich mit ihren langen Rüsseln mit bunter Farbe an und feierten ein großes Fest. Von da an hatte Elmar ganz viele Freunde. Anschließend konnte jedes Kind mit Wachsmalstiften eine Elmarschablone ausmalen, so dass eine bunte Elefantenherde das Klassenzimmer schmückte.

 

4. Gemeinsames Frühstück

Da wir anfangs nur wenige Schülerinnen und Schüler waren, schlug Sybille Flockenhaus vor, doch jede Woche mit einer gemeinsamen Frühstückspause zu beginnen. So traf sich also die kleine Schulgemeinde an den Montagen unten im Flur des Untergeschosses (vor der Küche, dem Lehrerzimmer und der Verwaltung), wo Sybille mit ihrer Klasse schon Tische zusammengestellt hatte, die mit einer rotgrundigen Wachsdecke versehen waren. Als die Schülerzahl sich im Laufe der Zeit vergrößerte, wurde nur noch bei besonderen Anlässen zusammen gefrühstückt: Adventszeit, Nikolausfeier, Weihnachtsfeier, Karneval...

 

5. Schneewittchen

Der kleine Vorraum im Untergeschoss vor dem Hausmeisterzimmer wurde anfangs auch genutzt für Schüleraufführungen. Die erste wurde initiiert von Gunhild Diekmann: Schneewittchen und die 7 Zwerge. Diese Aufführung ist mir in Erinnerung geblieben, weil alles so gut geklappt hat, und auch, weil der Schüler Dirk Kortehaneberg über sein Outfit als Schneewittchen mit weißem Umhang und schwarzgelockter Perücke in lautes Begeisterungsjauchzen ausbrach. Am 18. 12. 1980 führte die Klasse das Stück bei Bögel-Windmeier für die Eltern und andere Gäste auf.

Diese Aufführung war der Startschuss für viele weitere Theaterstücke in den Jahren darauf, viele initiiert durch Maria Lohle und -verbunden mit Musicals- durch Maria Skopnik, allesamt mit großem Erfolg.

 

Alle Ereignisse in diesem 1. Jahr gelangen durch die Tatkraft, Einsatzbereitschaft, Kreativität und den Zusammenhalt aller Mitarbeiter. Diese Eigenschaften kennzeichneten die ganzen Jahre meines Schullebens in Mettingen.

Maria Holtermann - Sekretärin von 1980-2014